Bibliothek / Fantastic Fables

Der Wolf und der Strauß.

Eine Fabel von Ambrose Bierce

Satire für ältere Leser

Der Wolf und der Strauß.

Ein Wolf, der sich an einem Schlüsselbund verschluckt hatte, während er einen Mann verschlang, befand sich in einer misslichen Lage. In seiner Verzweiflung näherte er sich einem Strauß und bat ihn, den Kopf in seinen Hals zu stecken, um die Schlüssel herauszuholen. Der Strauß, von Mitgefühl bewegt, willigte ein und half, das Hindernis zu entfernen.

Sobald die Schlüssel draußen waren, wandte sich der Wolf an den Strauß und sagte: „Ich nehme an, du erwartest eine Bezahlung für diesen Dienst.“

Der Strauß antwortete weise: „Eine gute Tat ist ihr eigener Lohn; ich habe die Schlüssel gegessen.“

In diesem Moment lehrte der Strauß den Wolf, dass wahre Großzügigkeit keine Entschädigung sucht und dass es manchmal Belohnung genug ist, anderen zu helfen.

Die Moral
Die Moral der Geschichte ist, dass selbstlose Akte der Freundlichkeit nicht mit einer Belohnung rechnen sollten.

Gesprächsfragen

  1. Warum, denkst du, erwartete der Wolf eine Belohnung für die Hilfe des Straußes?
  2. Wie spiegelt die Antwort des Straußes die wahre Natur der Freundlichkeit wider?
  3. Kannst du dir eine Situation vorstellen, in der du jemandem geholfen hast, ohne etwas zurückzuerwarten? Wie hat sich das angefühlt?

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