
Der alte Mann und der Esel
Ein alter Mann und sein Esel ritten eines Tages, als sie eine üppige Wiese am Wegesrand erblickten. Der Mann ließ die Zügel los, und der Graukopf raste in rasendem Tempo auf die Wiese hinaus. Er tollte, kratzte sich und genoss das Grün, rieb seinen Rücken und fraß die Stelle kahl.
Während der Esel damit beschäftigt war, das Feld abzugrasen, tauchten einige Räuber auf. „Komm, lass uns fliehen!“, sagte der erschrockene Graubart.
„Warum sollte ich?“, antwortete der Liederliche. „Wirst du mich nicht eine doppelte Last tragen lassen?“
„Keineswegs!“, sagte der Mann, als er die Straße hinunterfloh. „Was macht es mir aus, wer den Sporn benutzt? Rette dich selbst. Ich werde grasen. Du wirst schneller laufen. Der Feind eines Tieres ist immer sein Herr.“
Und dies sage ich dir in aller Offenheit.
*Anmerkung: Der Begriff „grauköpfig“ im Original lautet „Grison“, während „offen“ „Francois“ ist. Dies scheint ein Wortspiel zu sein. Grison ist ein Kanton in der Schweiz, der ursprünglich von den Franken während der Herrschaft Karls des Großen im 8. Jahrhundert n. Chr. gegründet wurde. Anscheinend gab es Jahrhunderte später in der Folklore noch immer Spannungen zwischen den beiden Gruppen.*
Die Moral der Geschichte ist, dass man seine eigene Sicherheit über die Loyalität gegenüber anderen stellen sollte, da Selbsterhaltung in Zeiten der Gefahr von größter Bedeutung ist.
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